Bereits 1986 startete Nintendo mit einer besonderen Action-Adventure-Reihe. The Legend of Zelda war geboren. Seither begeistern der Held Link und die tapfere Prinzessin Zelda mit spannenden Geschichten. Während die Reihe lange vor allem im Retro-Gaming bekannt war, lebte sie 2017 mit The Legend of Zelda: Breath of the Wild und 2023 mit The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom neu auf. Dabei wurde erstmals im Franchise auf Open-World-Games gesetzt, die vor allem durch ihr Environmental Storytelling (übersetzt: erzählerisches Weltdesign) begeistern. Wir sehen uns an, was es damit auf sich hat – und warum Fans diese Erzählweise lieben!
Was ist Environmental Storytelling?
Vielleicht hast du noch nie etwas von Environmental Storytelling gehört, es jedoch schon unzählige Male in Games erlebt. Beschrieben wird dabei ein Game Design, in dem die Geschichte nicht durch Dialoge, sondern durch kreative Elemente wie die Umgebung selbst, die Musik und vieles mehr erzählt wird. Dabei wird eine Erzählung kreiert, die von Spielern selbstständig erkundet und enträtselt werden kann. Statt alle Informationen vorgefüttert zu bekommen, müssen Gamer Zusammenhänge erkennen und ihre eigenen Schlüsse ziehen.
Konkrete Beispiele findet man etwa in Games wie BioShock. Spieler werden in dieser Spielreihe einfach in eine surreale Umgebung gesteckt und müssen Stück für Stück herausfinden, wo sie sich befinden und weshalb. Bilder sprechen dabei lauter als Worte, denn die Antworten werden nicht auf dem Silbertablett serviert oder im Dialog vorgekaut. Selbst kleine Detail können dabei eine große Bedeutung haben. Werden sie übersehen, führt dies allerdings nicht dazu, dass die gesamte Storyline missverständlich wird.
The Legend of Zelda: So klappt es!
Schon früh hat das Franchise rund um Link bewiesen, wie effektiv Environmental Storytelling sein kann. Bereits in älteren Teilen wie Ocarina of Time oder Majora’s Mask gelang dies hervorragend. Besonders die aktuellen Ableger Breath of the Wild und Tears of the Kingdom gelten jedoch als absolute Paradebeispiele für diese Erzählweise.
Dies zeigt sich unter anderem in der Gestaltungen der gigantischen Landkarte. Jede Region hat ihre spezifischen Eigenheiten und erzählt von einer langjährigen Geschichte. Statt über Schlachten zu sprechen, finden Spieler düstere Ruinen vor. Statt von Bösewichten oder einer Machtübernahme zu berichten, treffen sie auf gefährlichen Wächter, die sich gegen ihre Erfinder gewendet haben.
Neben der Umgebung erzählen Musik, Lichtstimmung und andere kreative Elemente eine wichtige Rolle im Storytelling. So können bspw. Gemütszustände oder Gefahren aufgezeigt werden, ohne diese im Dialog anzusprechen. Dass viele der Gespräche im Spiel sogar weniger Bedeutung erhalten, wird dadurch gezeigt, dass diese im Vergleich zu wichtigen Haupthandlung nicht vertont wurden, sondern nur als Text über den Bildschirm laufen.
Der Spieler als Deuter
Durch die subtile Erzählweise im Environmental Storytelling wird der Spieler direkt ins Abenteuer geworfen, ohne anfangs viel zu wissen. Er hat damit die Möglichkeit, unvoreingenommen zu erkunden und sich selbst vergangene Geschehnisse zusammenzureimen. Dabei ist es auch in The Legend of Zelda nicht wichtig für den Spielverlauf, dass alle Details richtig verstanden und interpretiert werden. Die wichtigste Haupthandlung wird nämlich trotzdem in Cut-Scenes und Dialogen erklärt. Und selbst wer diese überspringt, kann das Game noch in vollen Zügen genießen.
Environmental Storytelling ist eine Form von Game Design, die viele Spieler begeistert. Besonders wenn sie gut umgesetzt wurde. In der Spielreihe The Legend of Zelda bleibt für kreative Abenteurer nichts zu wünschen übrig.

